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Believe it or not, this is a plan of action - I shower naked


This is a Berlin, Germany based tumblog by Uwe Viehmann. Mostly written in 'modest' english but sometimes also very deutsch. Gesundheit!
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Endlich: Seit Wochen schiebe ich es vor mir her, aber heute ist es so weit. Ich muss ihm hudligen. Es huldigen. Das Ding. Jenes Ding, das nach meiner Desire (gemeint ist mein aktuelles Taschensmarttelefonsupersuperandroidding von HTC) und dem neuen Milchschäumer mit Abtropfständer von caso für 3,99€ (jaja, nobel geht die Welt zugrunde!), das beste Stück Gebrauchsgegenstand ist, welches mir in 2010 untergekommen ist: der Fahrkartenautomat neuester Generation der S Bahn Berlin am Ostkreuz (hinter diesem Link versteckt sich ein Blogtipp für alle, die den Umbau nachvollziehen wollen - das sind ja sicher mehrere Abertausend unter euch!).
Während Fashion-Blogger aus Mitte ja lieber freiwillig bei kik einkaufen würden, statt den ÖPN zu nutzen, man im Prenzlauer Berg sicher ganz wunderbar mit dem Volvo Kombi reist, die Cool Kids aus Kreuzkölln in der Mehrzahl sowieso noch nie Geld in ein solches Gerät eingeworfen haben, bin ich extremer Fan des grundsätzlich wirklich überdurchschnittlichen Verbindungsangebots des Öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. Fakt. Besucht mal den Rest der Republik, bevor ihr euch beschwert.
Aber wie überall nagt der Zahn der Zeit nicht nur an den S-Bahnen selbst, sondern auch an der restlichen Infrastruktur. An Fahrkartenautomaten besonders gerne,wie mir scheint. Nomnomnom.
Wenn man also ein Ticket braucht (und das braucht man tagsüber eindeutig, je nach Strecke, es wird nämlich kontrolliert wie Hölle), das auch noch schnell eventuell, und es ist gerade keiner dieser praktischen Fahrkarteneinsammlwiederverkäufer da, die einem eine Zeitkarte schon mal deutlich billiger anbieten und man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann (gute Tat, Geld sparen), dann steht man oft vor Geräten, die laaangsam sind, fehlerhaft, gerade keine Scheine annehmen, Plastikkarten nicht unterstützen und überhaupt… Damit ist jetzt Schluss. Am Ostkreuz zumindest. Kommen der Reisenden von Richtung Sonntagstraße, gehen nicht rauf zu Ost-West-Verbindung, sondern an der Treppe und Wurstbude vorbei in Richtung Ringbahn, dann steht er da, gleich rechts, das neueste Modell, der Terminator unter den Reisepapiere-für-Geld-Bedruckern. In seiner ganzen Pracht. Der Automat mit der Inventarnummer B 89512.
Aber über das, was dieses Gerät ausmacht, kann man leider nicht tatsächlich schreiben, ich jedenfalls nicht, man muss es erfahren, so wie es erfahren habe. Es ist, einfach gesagt, wie das erste Mal einen Mac anfassen und benutzen, wenn man jahrelang Windows 95 benutzt hat. Wie ein Leihwagen nigelnagelneuester Bauart, wenn man 20 Jahre lang Ente gefahren ist. Wie beim Burgermeister speisen statt im Goldenen-M-“Restaurant”. Wie Sopranos gucken, anstatt Lindenstraße. Wie… ihr wisst wie. Die Geschwindigkeit nach Berühren des Touchscreens: ein Traum. Das Geld fällt sanft, bestimmt und ultraschnell in den dafür vorgesehenen Schlitz. Es gibt eine Vorrichtung zum Abstellen der Tasche, der Druck geschieht blitzschnell, alles ganz sanft, flüsterleise, aber bestimmt. Geldscheine werden anstandslos eingezogen, elektronische Transaktionen geschehen wie von Geisterhand ausgeführt in Millisekunden. Abgerechnet wurde bisher immer korrekt. Es ist so wunderwunderschön. Der neue Automat, mein neuer Freund. Mein Gucci für den Alltag. Das Alltags-Bang & Olufsen des kleinen Mannes kurz vor Dunkeldeutschland. (Meine miesen Bilder, die ich gerade auf dem Taschentelefon wiedergefunden habe und deshalb dies hier aufschreiben musste, bitte ich zu entschuldigen. Nochmal losziehen und vernünftig mache, nein, sooo begeistert bin ich nun auch wieder nicht.)

(Und: ok, ok, hier könnten auch ein paar mehr Fakten steht, alles viel schöner, schlauer und produktdesigniger, mehr als nur ein Schwall aus der Erinnerung. Denn: Die Kiste steht da schon seit Wochenmonaten, aber immerhin nicht Jahren, und seit mindestens genauso vielen Wochenmonaten fahre ich natürlich vor allem eines: Fahrrad. Aber… ich hatte gerade wenigstens etwas Zeit und das Ding, das es verdient hätte auch einen echten Namen zu tragen wie Desire, Chantal, Friedhelm oder Adalbert, hat es sowas von verdient. Es ist der Zweiäugige unter den Blinden der Berliner S-Bahn-Fahrkartenautomaten!)

Ach Gottchen, armes Bayern München. Alles so schlimm? Die Unmutsäußerung des Fans ericm-k, der 2 Tickets für den “CL-Kracher FC Bayern München gegen Maccabi Haifa” auf Ebay verkauft hat, ist jedenfalls sehr sehr unterhaltsam. (Aufs Bild klicken für lesbaren Text oder den Ebay-Link für die Auktion, solange sie noch einsehbar ist.)

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